Fortgeschrittener Brustkrebs: Lebensqualität und Mobilität bewahren

Dr. med. Michael Maasberg
Hämatologisch-onkologische Schwerpunktpraxis
Drs. med. Maasberg/Schmitz/Keller am St. Elisabeth KH Mayen
 
Innere Medizin, Hämatologie und internistische Onkologie,
medikamentöse Tumortherapie, Palliativmedizin
Siegfriedstrasse 20
56727 Mayen

Tel.: 02651-905018
Fax: 02651-493340
E-mail: mail@dr-maasberg.de
www.gemeinschaftsklinikum.de

 
Schwerpunkte
Chemotherapie, Hormontherapie, spezielle Schmerztherapie
Hämostaseologie, Ernährungsmedizin
 
Endoskopie
Video-Gastroskopien, Coloskopien, Polypektomien

Parenterale Heimernährung 
BIA-Messung zur Feststellung des Ernährungszustandes
 
Anmeldung Sprechstunde:
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PROTOKOLL

05.10.2009

Fortgeschrittener Brustkrebs: Lebensqualität und Mobilität bewahren

DR. MAASBERG: Wir beginnen um 19 Uhr.

Jana-Sandra : Entschuldigung ? bin mit dem Computer nicht so vertraut. 1993 wurde ein Tumor brusterhaltend operiert. Es folgten 6 Wochen Bestrahlung ? keine weitere Therapie. Hormonstatus oder Her wurde damals nicht bestimmt. 2002 Entfernung einer solitären Lebermetastase durch Bauchschnitt (Her+++, hormonpositiv). Es folgten zwei Jahre Aromasin. 2004 winzige Metastasen in den Eierstöcken (ebenfalls Her +++ und hormonpositiv), Entfernung durch OP und als Therapie bis heute Femara. Jetzt wird durch meinen Arzt überlegt, ob die Therapie mit Femara auf insgesamt 10 Jahre ausgedehnt werden sollte. Beide Male wurden die Metastasen durch diskrete Tumormarkererhöhung (15-3) festgestellt bzw. durch die darauf folgende Diagnostik. Ihre Erfahrung dazu würde mich sehr interessieren. Ich danke Ihnen im voraus.

DR. MAASBERG: Es wäre schön, wenn Sie mir Ihr Alter mitteilen könnten und ob Sie Ihre Regelblutung noch hatten. Im Grunde würde man zum jetzigen Zeitpunkt die antihormonelle Therapie fortführen, weil Sie fernmetastasiert sind. Normalerweise hätten Sie damals Herceptin erhalten müssen, warum das nicht gemacht wurde, kann ich natürlich nicht kommentieren. Ich würde die Femara-Therapie zunächst fortführen, wobei es aktuell keine wissenschaftlichen Studien gibt, die den genauen Zeitraum für eine derartige antihormonelle Therapie definieren.

Karin G. : Ich habe metastasierten Brustkrebs (im Peritoneum) und werde seit 3 Jahren mit Aromatasehemmern behandelt. Zusätzlich bekomme ich vorsorglich Bisphosphonate (Zometa) halbjährlich als Infusion. Meine Ärztin sagt, dass somit nicht nur weniger Knochenmetastasen, sondern sogar auch weniger andere Metastasen entstehen könnten. Stimmt das so und ist es erforderlich, sich diese Infusionen dann "immer" geben zu lassen? Leider vertrage ich die Infusionen nämlich nicht gut, bin trotz langsamen Durchlaufens hinterher 3 bis 4 Wochen krank. Vielen Dank.

DR. MAASBERG: Nach wissenschaftlicher Datenlage gibt es heute keine Studie, die den Vorteil einer adjuvanten (unterstützenden) Bisphosphonat-Gabe belegt hat. Bei fehlendem Nachweis von Knochenmetastasen ist zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht geklärt, wie lange eine vorbeugende Bisphosphonat-Gabe angewendet werden soll. Bei ausgeprägten Nebenwirkungen der Zometa-Gabe würde ich die Therapie beenden.

Maren : Was wirkt schneller bei starken Knochenschmerzen eine Infusion mit Bisphosphonaten oder Tabletten? Gibt es einen Unterschied bei den Nebenwirkungen?

DR. MAASBERG: In jedem Fall wirkt die intravenöse Gabe von Bisphosphonaten schneller. Mit einem deutlich größeren Therapieansprechen in der Anfangsphase. Das Nebenwirkungsspektrum der intravenösen Bisphosphonatgabe beinhaltet Muskelschmerzen, grippeähnliche Symptome und in seltenen Fällen auch Übelkeit. Das Nebenwirkungsspektrum bei Tablettenform sind Übelkeit und Bauchschmerzen. Bei sehr langer intravenöser Gabe besteht bei den Bisphosphonaten - vor allem bei Zometa - das Risiko der Ausbildung von Kiefer-Osteonekrosen (Absterben des Kieferknochens nach Zahnbehandlungen).

Kelling : Wenn meine Mutter Bondronat gegen die Knochenmetastasen. bekommt ist das dann das was man palliativ nennt, oder zerstört das auch die Metastasen in den Knochen?

DR. MAASBERG: Als palliative Therapie bezeichnet man jede Therapieform, die bei Patienten angewendet wird, die eine Ausbreitung von Metastasen im Körper haben und daher definitionsgemäß an einer nicht mehr heilbaren Erkrankung leiden. Die Therapie mit Bondronat ist jedoch in der Lage, die Tumorzellen in den Knochen zu zerstören, den Knochen wieder aufzubauen und eine Ausbreitung von neuen Metastasen im Knochen und wahrscheinlich auch anderen Organen zu vermindern.

Jule66 : Hallo,habe eine Frage zu den Bisphpsphonaten.Wann fängt man damit an?Bin in neoadjuvanter behandlung,übermorgen letzte Chemo.Es folgen OP und Bestrahlung.Danke,jule

DR. MAASBERG: Entscheidend wird die endgültige Klassifikation Ihres Tumors nach stattgehabter Operation sein. Ihr Gynäkologe oder Onkologe wird Ihnen eine Therapie je nach Risikoeinstufung empfehlen.

anonym : Gibt es eine zeitliche Beschränkung in der man Bisphosphonate einnehmen darf?

DR. MAASBERG: Generell gibt es keine zeitliche Beschränkung der Bisphosphonateinnahme. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jedoch, dass das Risiko von Kiefer-Osteonekrosen mit der Dauer der Bisphosphonatgabe bei intravenöser Therapie steigt.

Ingeborg : Nachricht: Sehr geehrte Damen und Herren, in Ihrem Newsletter vom 28.09.09 teilen Sie mit, dass es zur klassisschen Chemotherapie auch gut verträgliche Behandlungsalternativen in Tablettenform gibt. Ist die Wirkung die gleiche wie bei der Chemotherapie? Ich hatte vor 5 Wochen eine Brust-OP. (Mamma-CA li., re. war schon vor 11 Jahren) und erhalte jetzt 6 Chemoth. und anschl. Strahlentherapie. Wäre in diesem Fall auch eine Behandlung mit Tabletten möglich? Mit freundlichem Gruß

DR. MAASBERG: Ich würde davon ausgehen, dass in Abhängigkeit Ihrer Tumorformel eine weltweit etablierte Nachbehandlung Ihnen angeboten wurde. Die besten Therapieergebnisse weltweit sind momentan mit intravenöser Chemotherapie dokumentiert. Daher würde ich eine Behandlung mit Tabletten als nicht empfehlenswert erachten.

Jutta : Immer mehr ganz junge Frauen bekommen Brustkrebs. Das ist total auffällig und kann nicht mehr in den Bereich der Zufälligkeiten abgeschoben werden. Für mich gibt es nur eine Erklären: Diese unglaubliche Zunahme an Brustkrebs muss mit der Pille zusammenhängen. Gibt es dazu Forschung oder traut sich da keiner ran, oder besser noch, es gibt kein Geld für Forschung/Studien, denn Pharma will ja nicht noch Geld investieren, um sich selbst den Hahn abzudrehen. Ein ganz großes Gesellschaftliches Thema und ich verstehe nicht, warum das noch keine Talk-Show aufgegriffen hat. Wer bringt den Stein ins Rollen?

DR. MAASBERG: Die genauen Ursachen der Zunahme von Brustkrebserkrankungen bei jungen Frauen ist aktuell nicht geklärt. Denkbar ist, dass der immer frühere Einsatz von Medikamenten wie der Pille hier durchaus ein Risikofaktor sein könnte. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es hierfür jedoch keine wissenschaftlichen Daten.

Halven : Wie sinnvoll ist eine Kombination von Bestrahlung und Bondronat? Verstärkt das gegenseitig die Wirkung? Hält die Wirkung länger an? Worin liegt der Vorteil?

DR. MAASBERG: Sowohl Bestrahlung als auch intravenöse Gabe von Bisphosphonaten sind etablierte Therapieformen beim Vorliegen von Knochenmetastasen. Die Strahlentherapie führt zu einer schnelleren Zerstörung der Tumorzellen und hilft so mit, den zerstörten Knochen durch die Bisphosphonatgabe wieder besser aufzubauen. Die Ergebnisse einer kombinierten Strahlentherapie und Bisphosphonatgabe zeigen eine bessere Wirksamkeit.

Jelles : Kann man Knochenmetastasen kontrollieren und an ihrer Ausbreitung hindern?

DR. MAASBERG: Sowohl die intravenöse oder orale Bisphosphonatgabe als auch eine Strahlentherapie oder eine antihormonelle Behandlung, allein oder in Kombination mit Chemotherapie, sind in der Lage, Knochenmetastasen zu kontrollieren und an ihrer Ausbreitung zu hindern.

Ursula : Durch eine Screeninguntersuchung in Schleswig-Holstein ist bei mir Mikrokalk und ein Tumor von knapp 1cm entdeckt und entfernt worden. Der wurde rausgenommen und mir wurde gesagt, das wars, da kommt nichts mehr nach. Kann man das wirklich so sagen. Gibt es ein Stadium bei Brustkrebs, wo man aufgrund jahrzehntlanger Erfahrung diese Aussage wirklich treffen kann? Ich möchte es gern glauben, mich aber lieber innerlich vorbereiten, oder führt allein so eine innere Bereitschaft schon zur Fortsetzung der Krankheit?

DR. MAASBERG: Das Risiko eines Wiederauftretens der Erkrankung oder einer Metastasierung hängt von der Tumorgröße, den befallenen Lymphknoten, dem Hormonrezeptorstatus, dem Alter der Patientin und dem so genannten Grading ab. Je kleiner der Tumor, umso geringer die Wahrscheinlichkeit eines Rezidives (Wiederauftretens). Eine wirkliche Garantie gibt es jedoch in der Medizin niemals. Emotional und für Ihre Psyche ist es aktuell sicherlich sinnvoller, sich nicht jetzt mit der Möglichkeit eines Rezidives auseinander zu setzen. Sie sollten versuchen, möglichst unbeschwert Ihr Leben weiter zu führen und sich zu den regelmäßigen Nachsorgeuntersuchungen vorstellen.

anonym : Ist Metastase gleich Metastase oder gibt es da gewebliche Unterschiede mit unterschiedlicher Aggressivität und Prognose?

DR. MAASBERG: Zunächst einmal bedeutet Metastase die Verteilung von Tumorzellen über den Blutweg oder die Lymphe im Körper. Es gibt jedoch sehr wohl Unterschiede einzelner Metastasen in Abhängigkeit vom Hormonrezeptorstatus und weiteren Prognosefaktoren. Hieraus lässt sich manchmal eine unterschiedliche Aggressivität und somit auch eine unterschiedliche Prognose ableiten.

Werprup : Meine Frau ist 53 Jahre alt. 2006 hatte sie in der linken Brust einen Tumor und wurde Brust erhaltend operiert. 1. Es folgte eine Strahlentherapie und Tamoxifen-Therapie. April 2009 erneute Diagnose Brustkrebs dieses Mal rechts, kein Lymphknotenbefall. Diagnose nach OP: Mammakarzinom rechts (kontralaterales Zweitkarzinom) Stadium pT2 (23 mm) Es wurde folgende Behandlung empfohlen: Strahlentherapie (Standarddosis inklusive Boost). 2. deutlich erhöhtes Systemrisiko (Die Schwester meiner Frau war auch beidseitig an Brustkrebs erkrankt.) Nach Standard wären 6 Zyklen FEC. Aufgrund der ungünstigen Parameter zusätzlich ein Taxan, in dem Fall also 3 Zyklen FEC und 3 Zyklen Docetaxel. Wäre auch eine Tablettten-Therapie mit Xeloda möglich?

DR. MAASBERG: Nach den aktuell vorliegenden Daten wären sechs Zyklen Chemotherapie nach dem FEC-Protokoll Standard bei Vorliegen weiterer Risikofaktoren. Eine zusätzliche taxanhaltige Chemotherapie würde nur bei Negativität des Östrogen-Progesteron-Rezeptors und Negativität für das HER-2-neu Protein, oder einem Lymphknotenbefall indiziert sein. Eine alleinige Xeloda-Therapie wäre in diesem Fall nicht zu empfehlen.

Perücke : Meine Nachbarin hat endlos gelitten und genützt hat es letztlich nichts. Das ist jetzt allerdings schon 8 Jahre her. Obwohl ich das alles aus der Entfernung gesehen habe, habe ich mich entschieden zu kämpfen mit der Hoffnung, dass sich mein Kampf lohnt. Die Begleitung und auch Beratung in der Universitätsklinik Frankfurt ist sehr gut. Ich werde mit einbezogen und ich fühle mich ernst genommen. Empfohlen wurde jetzt eine Tablettenbehandlung. Da habe ich aufgehorcht. Besonders als ich dann hörte, daß weniger Nebenwirkungen damit verbunden sind. Stimmt es wirklich, dass ich meine Haare nicht verliere? Stimmt das wirklich? Warum macht Silvie van der Vaart das denn nicht und läuft mit Perücke herum?

DR. MAASBERG: Wenn eine alleinige Xeloda-Therapie oder eine antihormonelle Therapie Ihnen empfohlen wurde, stimmt es, dass Sie keine Haare verlieren. Frau Van der Vaart wird aufgrund ihrer Tumorausbreitung und Prognosefaktoren eine intravenöse Chemotherapie empfohlen worden sein.

A.Nehring : Wenn ich alle 6 Monate ein CT selbst bezahle, kann ich mich dann vor Metastasen schützen bzw. sie so rechtzeitig entdecken, dass man eine Ausbreitung verhindern kann?

DR. MAASBERG: Einen definitiven Schutz vor der Ausbildung von Metastasen bildet auch eine CT-Untersuchung nicht. Zusätzlich besteht durch die CT-Untersuchung eine Strahlenbelastung, so dass die routinemäßige CT-Durchführung zur Vorbeugung nicht zu empfehlen ist.

Poker : Was ist der Unterschied zwischen Osteosynthese und Spondylodese?

DR. MAASBERG: Als Osteosynthese bezeichnet man die Stabilisierung eines Knochens im Allgemeinen. Spondylodese bezieht sich auf eine Stabilisierung von Wirbelkörpern.

L.Lange : Die Schwester meiner Frau hatte auch Brustkrebs und hatte nach 7 Jahren plötzlich Metastasen. Damit hat keiner mehr gerechnet. Natürlich fragt sie sich, ob sie das früher hätte merken können. Gibt es da unverwechselbare Anzeichen? Inzwischen hatte meine Frau einen 1,5cm großen Tumor vor 18 Monaten und wir haben große Angst, dass ihr das Gleiche passiert.

DR. MAASBERG: Die Problematik von an Brustkrebs erkrankten Patientinnen liegt in der Biologie des Tumors, so dass auch nach sehr langen Zeiträumen Metastasen auftreten können. Insofern besteht für jede Patientin in Abhängigkeit der Risikofaktoren leider die Möglichkeit eines Spätrezidives. Trotzdem sollte Ihre Frau versuchen, die Möglichkeit eines Rezidives so gut es geht, zu verdrängen.

Jua_Dobinsky : Mein Mann geht für ein Semester in die USA und ich begleite ihn. Am liebsten möchte ich meine Medikamente alle von hier mitnehmen für die Zeit. Geht das? Brustkrebs liegt 2 Jahre zurück. Bisher eine Metastase, die operiert wurde + Bestrahlung + Bondronat.

DR. MAASBERG: Nein. Sie können Medikamente für einen solch langen Zeitraum meiner Kenntnis nach nicht in die USA einführen. Sie leben aber dann in einem Land, das über jede therapeutische Möglichkeit in der Therapie des Mammakarzinomes verfügt.

Mary : Meine Mutter hatte einen sogenannten Ermüdungsbruch. Vorher hatte sie auch Schmerzen, aber dagegen einfach nur Schmerzmittel genommen, bis nichts mehr ging. Dann war sie beim Arzt und es wurde Brustkrebs festgestellt. Es macht mich der Gedanke wahnsinnig, dass Sie hätte rechtzeitig behandelt werden können, oder ist das eine Illusion? Warum sind heftige Schmerzmittel frei im Handel erhältlich? (Zusatzinfo: Der Bruch kam durch eine Metastase vom Brustkrebs, aber inzwischen gibt es mehrere Metastasen)

DR. MAASBERG: Es bleibt sicherlich Spekulation, ob eine Metastase durch eine frühere Untersuchung hätte verhindert werden können. Sicherlich wäre es besser gewesen, wenn Ihre Mutter regelmäßig zur frauenärztlichen Vorsorgeuntersuchung gegangen wäre. Wobei jetzt das Wichtigste ist, die möglichst optimale Therapie für Ihre Mutter zu entwickeln.

Karin2 : Da ich keine Schilddrüse mehr habe nehme ich morgens Euthyrox 100 nüchtern. Bondronat soll auch nüchtern genommen werden. Welche Tabletten nehme ich am besten zuerst? Bislang habe ich mich für Bondronat entschieden, aber für die Euthyrox bin ich dann ja nicht mehr wirklich nüchtern. Mein Hausarzt sagt, das sei egal, aber das glaube ich nicht.

DR. MAASBERG: Das Wichtige ist, dass Sie das Bondronat in möglichst langem zeitlichen Abstand zur ersten Nahrungsaufnahme einnehmen. Eine Kombination der Einnahme von Euthyrox und des Bondronats ist hierbei durchaus möglich. Eine Reihenfolge müssen Sie nicht einhalten.

Sanne : Ich nehme Bondronat morgens als erstes ein, soll dabei stehen und mich auch eine halbe Stunde nicht setzen. Ich finde das total lächerlich und habe gefragt warum. Da bekam ich eine Erklärung wegen möglichem Aufstoßen usw. Das habe ich alles nicht. Muss ich dass trotzdem machen?

DR. MAASBERG: Das Risiko des Auftretens einer gesteigerten Säureproduktion des Magens ist bei in Tablettenform einzunehmenden Bisphosphonaten durch einen direkten schädigenden Effekt auf die Schleimhautzellen des Magen-Darm-Traktes gegeben. Auch wenn Sie aktuell keine Beschwerden nach der Einnahme haben, sollten Sie die frühmorgendliche Einnahme und das Aufrechthalten des Oberkörpers für mindestens eine Stunde unbedingt einhalten.

Neuhaus : Reicht Strahlentherapie gegen Knochenmetastase oder zusätzlich Bondronat?

DR. MAASBERG: Die intravenöse Bisphosphonatgabe bei Feststellung von Knochenmetastasen ist aktuell weltweiter Therapiestandard. Eine alleinige Strahlentherapie ist nur im Bereich des Strahlenfeldes in der Lage, einen Effekt zu erzielen. Nur die systemische Bondronatgabe kann einen Effekt auf eine weitere Ausbreitung von Tumorzellen in allen Knochen erzielen.

Kat_Beck : Schnellster Weg um Schmerzen einzudämmen bei Knochenmetastasen? Wie schnell, wie lange hält die Wirkung an, wie oft ist Wiederholung möglich?

DR. MAASBERG: Der schnellste Weg zur Schmerzreduktion beim Auftreten von Knochenmetastasen ist die Kombination einer intravenösen Bisphosphonatgabe, einer entsprechenden Schmerztherapie und einer Schmerzbestrahlung. Bei gutem Therapieansprechen tritt die Wirkung innerhalb der ersten Woche ein. Die Dauer des Anhaltens der Wirkung lässt sich nicht generell voraussagen. Die Wiederholung der Bestrahlung hängt von der gegebenen Dosis und dem Strahlenfeld ab, so dass auch hier keine generelle Aussage getroffen werden kann.

MODERATOR: Der Experte macht eine kurze Pause. Die Beantwortung Ihrer Fragen setzen wir in wenigen Minuten fort.

Mainz : Wie effizient ist eine adjuvante Monotherapie mit Herceptin oder in Kombination mit Anastrozol nach lokal begrenztem Rezidiv (bislang konnte keine Metastase gefunden werden) im Vergleich zu einer Kombinatinstherapie mit einem Taxan? Gibt es Studienergebnisse zu diesem Vergleich?

DR. MAASBERG: Monotherapien mit Herceptin zeigen nach den bislang vorliegenden Studiendaten ein schlechteres Ansprechen als Kombinationstherapien. Die aktuell besten Kombinationspartner sind Taxane. Meines Wissens nach gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine Vergleichsstudie einer Kombinationstherapie Herceptin + antihormoneller Therapie gegen eine Kombinationstherapie Herceptin Taxan.

Schmede : Macht es Sinn schon was für die Kochen einzunehmen, parallel zur Chemotherapie (fast beendet letzter Zyklus) oder stört das, gibt es Wechselwirkung?

DR. MAASBERG: Der adjuvante (unterstützende) Einsatz von Bisphosphonaten ist aktuell ein spannendes Untersuchungsfeld. Es gibt zunehmende Beweise, dass die adjuvante Bisphosphonatgabe einen positiven Effekt auf die Rezidivhäufigkeit und das Auftreten von Metastasen besitzt. Die Einleitung einer adjuvanten Bisphosphonattherapie sollte nach Beendigung der Chemotherapie erfolgen. Im Gegensatz zur parallelen Einnahme einer antihormonellen Therapie mit Chemotherapie, für die eine negative Beeinflussung des Krankheitsverlaufes bekannt ist, gibt es für die Bisphosphonate aktuell keine Daten.

Annonym : Bei meiner Frau 31 jahre wurde Anfang 09 Duc. Mammak. diagnostiziert. Größe 5+6 cm neoadjuvante Chemo 4x EC und 4 x Docxetaxel Tumor laut Biopsie Hormonabhängig.nach ende der Chemo Tumorrest 0,3 cm x 0,6 cm also noch etwas da weitere Untersuchungen ergaben keine Metastasen.Meine Frage ist nach OP und 33 Bestrahlungen soll eine 5 jährige Tamoxifin Therapie folgen in wie weit kann diese Therapie die Metastasenbildung hemmen bzw ist dies überhaupt möglich. Uns wurde gesagt das sich das Medikament an evtl Zellen andockt und das Wachstum verhindert ist dies so richtig ?

DR. MAASBERG: Die kombinierte Tamoxifen-Therapie über fünf Jahre mit einer zweijährigen GnRH-Analog Therapie ist angesichts des jungen Alters Ihrer Frau die weitere Standard-Therapie. Es gibt weltweit eine sehr große Datenmenge, die eine Reduktion des Rezidives und des Auftretens von Metastasen bei rezeptorpositiven Tumoren durch die antihormonelle Therapie beweist. Somit ist Ihrer Frau unbedingt die kombinierte antihormonelle Therapie zu empfehlen.

Cassi : Meine Mutter bekommt ihre Chemo immer flüssig und das braucht dann seine Zeit, bis der Körper das aufgenommen hat. Sie hat große Probleme mit den Knochen. Daher wäre es eine erhebliche Erleichterung, wenn gleich eine Art Knochenschutz mit dazugemischt werden könnte. Aber das machen die nicht, was ich nicht verstehe. Gibt es da einen medizinischen Grund für?

DR. MAASBERG: Eine intravenöse Bisphosphonattherapie kann aufgrund bestehender Wechselwirkungen nicht im gleichen Beutel wie die Chemotherapie infundiert werden.

Buggish : Ich neige zu Nierensteinen, hatte schon 2 mal Steinzertrümmerungen und 1 OP, esse keine Tomaten bin zurückhaltend mit Käse etc. aber jetzt soll ich Bisphosphonate in Tablettenform einnehmen, weil ich nach 6 Jahren(!) nach BrustkrebsOP eine Metastase im Becken habe. Was tun? Wirken Tabletten oder Infusion unterschiedlich auf die Nieren?

DR. MAASBERG: Es gibt sehr wohl Unterschiede bezüglich Nierenschädigungen bei Infusion von Bisphosphonaten oder der Gabe in Tablettenform. Hierbei sind keine gehäuften Bildungen von Nierensteinen bekannt. Sowohl die intravenöse Bondronatgabe als auch die orale Gabe von Bondronat sind auch bei Vorschädigung der Niere völlig problemlos anzuwenden.

Albis : Meiner Mutter wird eine Chemotherapie in Tablettenform empfohlen nach der Operation. Das klingt ziemlich harmlos. Aus dem Freundeskreis weiß ich wie belastend die üblichen Chemotherapien sind. Sind mit den Tabletten auch weniger Nebenwirkungen verbunden? Ist das trotzdem eine richtige Chemo mit starker Wirkung?

DR. MAASBERG: Ohne Kenntnis des genauen Tumorstadiums ist diese Frage nicht vernünftig zu beantworten. Orale Chemotherapien haben auch Nebenwirkungen, diese sind jedoch häufig geringer ausgeprägt als intravenöse Kombinationschemotherapien. Orale Chemotherapien sind in der richtigen Anwendung ebenso wirksame Therapien wie intravenöse Chemotherapien.

Emblem : Beim Röntgen fiel eine Metastase auf. Dann kam weitere Diagnostik mit MRT und man fand Tumore im Gewebe an sehr unglücklicher Stelle nahe von Gefäßen und Nerven. Eine OP ist fraglich. Jetzt soll erst noch mal eine Angiographie gemacht werden. Es fangen Schmerzen an, die rund um die Uhr gehen, aber meine Frau bekommt da nichts vernünftiges gegen. Viel Diagnostik, wenig Therapie. Was kann man als Angehöriger in so einer Situation beisteuern, wie soll ich mich verhalten?

DR. MAASBERG: Sie sollten Ihre Frau in jedem Fall bei einem ausgewiesenen Spezialisten mit Erfahrung in Schmerztherapie vorstellen. Die aktuell bestehenden Möglichkeiten einer ausreichenden Schmerztherapie sollten sofort eingeleitet und unbedingt genutzt werden.

Anonym : Bei mir wurde 2003 bds. mamma ca her+ sowie knochenmetastase festgestellt. Nach 5 Jahren Einnahme von Bondronat und Aromasin ist nichts mehr festzustellen. Nun nehme ich keine Medikamente mehr. Besteht nun nicht erhöhte Gefahr,dass sich wieder eine Metastase entwickelt?

DR. MAASBERG: Diese Frage ist nur spekulativ zu beantworten. Ich würde in dieser Situation wegen des Bestehens einer Fernmetastasierung (Knochenmetastase) die Fortführung der antihormonellen Therapie mit Aromasin ebenso wie die Fortführung einer Bondronattherapie in Tablettenform oder als Infusionsbehandlung alle zwei bis drei Monate Ihnen empfehlen. Das Risiko des Wiederauftretens von neuen Metastasen ist sicherlich gegeben.

Nubbi : Wegen zwei Metastasen in der Wirbelsäule droht meiner Mutter eine Querschnittlähmung. Was uns so schockiert ist die Aussicht, dass das sogar in wenigen Tagen passieren kann. Wir haben also gar keine Zeit um abzuwägen, was man uns vorschlägt. Nämlich eine Laminektomie des Wirbels. Das soll aber noch nicht alles sein, sondern zu einer Instabilität führen, dann kommt ein weiterer Eingriff. Gibt es keinen anderen Weg? Meine Mutter ist 72, aber sonst gesund und trotz der Brustkrebserkrankung sehr positiv. Sie will leben und sie will möglichst gut leben. Aber kann das überhaupt noch gelingen?

DR. MAASBERG: Ihre Mutter sollte sicherlich dringend operativ versorgt werden, da die Angaben einer Wirbelsäulenmetastasierung mit möglichem Eintreten einer Querschnittslähmung für einen Tumoreinbruch in den Rückenmarkskanal spricht. Diese Operationen sind in fachmännischer Hand problemlos durchzuführen und sollten in jedem Fall vor dem Einsetzen einer Nervenlähmung erfolgen. Im Anschluss an die Operation sollte eine lokale Strahlentherapie und eine intravenöse Bisphosphonattherapie mit Bondronat durchgeführt werden. Besonders wichtig ist die Bestimmung des Hormonrezeptorstatus und des HER-2-neu Status aus diesen Metastasen zur besseren Beurteilung der weiteren Therapieoptionen.

Irmi : Bei einer persönlichen Besprechung mit dem behandelnden Arzt hat man mir als Sohn klar gesagt, es gehe nicht um Lebensverlängerung, sondern um Bewegung, damit meine Mutter sich noch bewegen kann und Dinge selbst machen kann, wie Körperpflege usw. Den Ansatz finde ich natürlich sehr gut, aber ich denke manchmal wie viel darf man einem Menschen zumuten? Meine Tante ist vor Kurzem an den langjährigen Folgen von Brustkrebs gestorben und ich weiß nicht was besser ist, alles durchmachen, um länger zu leben, oder kürzer zu leben und auf diese vielen Therapien zu verzichten. Es liegt ja nicht in meiner Hand, dass kann nur meine Mutter selbst entscheiden, aber ich mache mir sehr viele Gedanken, ob eine gute Schmerztherapie nicht der besser Weg wäre. Was sagt der Experte dazu?

DR. MAASBERG: Im Vordergrund jeder Therapieentscheidung sollte die möglichst optimale Sicherung von Lebensqualität nach den persönlichen Vorstellungen des Patienten stehen. Ganz häufig bewirken spezifische Therapien neben der Lebensverlängerung vor allem eine Verbesserung der Lebensqualität.

Richard : Hilft diese neue XELODA-Chemotherapie auch bei anderen Krebsarten?

DR. MAASBERG: Xeloda ist eine 5-FU-Chemotherapie in Tablettenform. Ganz häufig kann dieses Medikament mit sehr guten Wirkungen bei geringen Nebenwirkungen in der Behandlung von Tumoren des Magen-Darm-Traktes sowie in der Behandlung des Brustkrebses eingesetzt werden.

Carina : Meine Freundin hat es erlebt, dass sie im Krankenhaus eingestellt wurde mit Bisphosphonaten und dann ging die Behandlung ambulant weiter in einem Onkologie-Zentrum und da hat man sie dann wieder umgestellt. Ich verstehe das nicht. Das war jetzt ganz schwer für sie und erscheint so unnötig. Wie soll sie sich verhalten?

DR. MAASBERG: Ihre Freundin sollte den Dialog mit den sie jetzt behandelnden Ärzten suchen und nach den Gründen der Umstellung der Bisphosphonattherapie fragen. Möglicherweise wurde die Umstellung auf ein besser verträglicheres Präparat mit weniger Nebenwirkungen vorgenommen.

Ingeborg : Nach meiner OP (Mamma CA li.) erhalte ich 6 Chemo- und anschl. noch Strahlentherapie.Könnte ich auf die Strahlenbehandl. verzichten, wenn ich die Behandlung mit Ihren angegebenen Tabletten weiter mache? Nach den gemachten Untersuchungen sind keine Metastasen im Körper vorhanden. Mit freundlichem Gruß Ingeborg

DR. MAASBERG: Wahrscheinlich wurden Sie mit einer so genannten brusterhaltenden Operation behandelt. In diesem Falle ist die Nachbehandlung mittels einer Strahlentherapie zur Reduktion eines lokalen Rezidives und einer eventuellen Fernmetastasierung unerlässlich.

anonym : Ich habe nie zu Sodbrennen geneigt. Kenne ich gar nicht. Aber seit ich Tabletten nehme die zur Gruppe der Bisphosphonate gehören, habe ich regelmäßig Sodbrennen. Ist das vorübergehend oder bleibt das jetzt so?

DR. MAASBERG: Das Problem von Sodbrennen bei oraler Einnahme von Bisphosphonaten kann ein dauerhaftes Problem bleiben. Zur besseren Verträglichkeit sollten Sie mindestens 60 Minuten nach der Einnahme mit aufrechtem Oberkörper verbringen. Die zweite Möglichkeit wäre die zusätzliche Gabe eines Protonenpumpenhemmers, sollte hierunter keine Besserung der Beschwerden eintreten, wäre Ihnen die Umstellung auf eine intravenöse Bisphosphonatgabe zu empfehlen.

Kaplan : Meine Tante hatte ganz starke Schleimhautablösungen durch die Chemotherapie. Suche eine Therapie mit nicht geringerer Effektivität als Chemo aber möglichst wenigen Nebenwirkungen, weil ich das alles hautnah miterlebt habe. Ich weiß, dass ich als Patientin Einfluss nehmen kann und das auch tun möchte. Das ist meine Art zu kämpfen, damit durchkomme und möglichst geringen Nebenwirkungen habe und damit auch weniger Belastungen für mich und meine Familie. Was kann mir der Experte dazu sagen. Danke.

DR. MAASBERG: Sie sollten Ihre behandelnden Ärzte nach möglichen Therapiealternativen - einschließlich oraler Chemotherapie - fragen. Einen konkreten Behandlungsvorschlag, ohne Kenntnis Ihres Tumors und der Tumorausdehnung, kann ich leider nicht geben.

Sophie : Wir haben einen Hof in der Kremper Marsch (bei Glückstadt, S-H). Weil die Milchpreise so schlecht sind verdienen wir kaum noch was und jede Hand wird gebraucht. Es wäre sehr kompliziert, wenn mich ständig jemand zur Chemo fahren müsste, da geht der Betrieb dann wirklich kaputt. Deshalb soll ich jetzt eine Tablettentherapie bekommen. Das klingt gut, aber ich habe Sorge, dass das nicht so wirkt wie eine richtige Chemotherapie. Kann ich die wirklich zu Hause einnehmen, ohne dass ich irgendwohin fahren muß? Kann ich vielleicht so gar weiter auf unserem Hof arbeiten? Das sind alles existenzielle Fragen für uns, die mir auch schon bei dem Onkologen beantwortet wurden, aber ich würde so gern auch von dem Doktor der Sprechstunde die Meinung erfahren.

DR. MAASBERG: Wenn Ihr behandelnder Onkologe Ihnen diese orale Chemotherapie anbietet, wird er sicherlich die Indikation und Richtigkeit dieser Therapie geprüft haben. Sie können sich also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit darauf verlassen, dass diese Therapie einer alternativen intravenösen Therapie ebenbürtig ist. Je nach Verträglichkeit sollten Sie in der Lage sein, weiter auf Ihrem Hof arbeiten zu können. Eine regelmäßige Kontrolle und Überwachung der Therapienebenwirkungen durch Ihren Onkologen wird sicherlich stattfinden.

Adele : Bk 1998, hormonpositiv und HER2 Überexpression, dann Lebermetastase 2002, vollständig entfernt, anschließend Herceptin und AHT, inzwischen keine Therapie mehr, nach wieviel Jahren kann man von einer Heilung ausgehen?

DR. MAASBERG: Leider besteht bei Patienten, die an Brustkrebs erkrankt sind, auch nach 10 oder mehr Jahren die Möglichkeit des Wiederauftretens einer Metastasierung, so dass nach dem eine Lebermetastase gesichert worden ist, man korrekterweise nicht von einer Heilung ausgehen kann. Trotzdem gibt es immer wieder Patienten, die bei einem positiven Krankheitsverlauf, wie bei Ihnen, keine Metastasen mehr entwickeln.

Schmidt3 : Meiner Frau wurde Bestrahlung zur Schmerzminderung von Wirbelsäulen Metastase empfohlen. Kann sie dann die Schmerzmittel reduzieren?

DR. MAASBERG: Es kann durchaus sein, dass nach einem guten Ansprechen der Schmerzbestrahlung Ihre Frau die Schmerzmittel deutlich reduzieren kann.

Mara : Ich hatte nur Schmerzen im Rücken, wie ganz viele Menschen und nach hause gekommen bin ich mit der Diagnose: Knochenmetastasen. Der ursprüngliche Tumor war auch schnell gefunden. Ich habe Brustkrebs und das, obwohl ich alle 1-1,5 Jahre zur Mammo gehe. Wie ist das möglich. Momentan bin ich nur wütend, aber ich merke, wie die Wut langsam geht und unsagbare Angst kommt. Wer begleitet mich dabei, ich bin alleinstehend (54)?

DR. MAASBERG: Begleiten sollte Sie in dieser Situation ein Onkologe. Sie sollten diesen Behandler nach der Möglichkeit einer psycho-onkologischen Betreuung fragen, um Ihre psychische Situation so gut es in dieser Situation möglich ist, zu stabilisieren. Trotz der Tragik dieser Diagnose gibt es heute eine Vielzahl an hervorragend wirkenden Therapiemöglichkeiten, so dass Patienten auch mit dieser Diagnose bei sehr guter Lebensqualität viele Jahre überleben können. Des Weiteren ist häufig der Anschluss an eine Selbsthilfegruppe sehr förderlich.

Karo : Mein Mann und ich wollen überwintern in Verbindung mit längerem Tauchurlaub und in die Tropen fliegen. Es ist meine erste große Reise nach meiner Brustkrebs Operation, Chemo und dem ganzen Kram. Ich kann es kaum erwarten weil es mir so ein Stück ?Normalität? zurückgibt, obwohl das natürlich eine ganz besondere Reise und nicht wirklich ?normal? ist. Ich nehme Bondronat-Taböettem und da steht, dass die Tabletten kühl gelagert werden sollen. Wie mache ich das auf dem Transfer Flughafen-Hotel ca. 1,5 Stunde mit Bus?

DR. MAASBERG: Entweder Sie verstauen die Tabletten in einer kleinen Kühltasche oder ganz normal in Ihrer Handtasche, da eine so kurze Zeitdauer selbst bei höheren Temperaturen keinen Wirkungsverlust nach sich ziehen dürfte.

Regine : Meine Mutter hat Bisphosphonate als Infusion bekommen, meine Schwester bekommt nach einer Brustkrebsoperation Tabletten. Wo ist der Unterschied? Wirkung oder Aufnahme im Knochen?

DR. MAASBERG: Die intravenöse Bisphosphonatgabe führt zu einer höheren Konzentration der Substanz in den Knochen und wird daher beim Auftreten von Metastasen vorzugsweise eingesetzt. Die Wirkung ist wegen der höheren Blutkonzentrationen nach intravenöser Gabe schneller zu erreichen.

Morgan : Bei meiner Mutter wurde am Anfang eine intralösonale Entfernung nach Enneking versucht. Das ist aber nicht weiter verfolgt worden, weil jetzt zu viele Metastasen da sind. Sie hat ganz große Schmerzen und ich finde, dass sie nicht ausreichend vor den Schmerzen geschützt wird. Was ist jetzt sinnvoll? Chemo hat sie natürlich alles gehabt.

DR. MAASBERG: Natürlich sollte in diesem Fall eine ausreichende Schmerztherapie versucht werden. Zusätzlich ist die interdisziplänere Zusammenarbeit mit einem Strahlentherapeuten zu empfehlen.

Tülin : Kann man Bisphosphonate auch prophylaktisch gegen Osteoporose nach den Wechseljahren nehmen?

DR. MAASBERG: Ja. Bevorzugt hierbei eine orale Bisphosphonattherapie, z. B. Ibandronat 50 mg.

Rat : 14 Monate nach Brustkrebs OP 2 kl. Metastasen an Wirbelsäule. Erst hochdosiertes Cortison, dann wieder OP und Bestrahlung. Vorschlag Experte?

DR. MAASBERG: In jedem Fall sollte eine sofortige intravenöse Bisphosphonattherapie mit Bondronat eingeleitet werden. Falls möglich, Versuch der Entnahme einer Gewebeprobe zur Bestimmung des Rezeptorstatus und HER-2-neu. Je nach Ausfall dieser Befunde dann Entscheidung über die weitere Therapieform.

Borchert : Ich habe immer kontrolliert gelebt und trotzdem Brustkrebs bekommen. Eigentlich erübrigt sich die Frage, ob ich Metastasen über Ernährung und sorgfältige Lebensführung verhindern kann, aber vielleicht gibt es dazu ja neuere Studienlage oder Erkenntnisse, die Sinn machen?

DR. MAASBERG: Nein, zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keinerlei kontrollierte Daten, dass Ernährung oder sorgfältige Lebensführung das Auftreten von Metastasen verhindern können. Gleichwohl sollten Sie möglichst gesund sich ernähren und eine sorgfältige Lebensführung wahrnehmen.

DR. MAASBERG: Vielen Dank den Usern für die interessanten Fragen. Ich hoffe, dass die Beantwortung Ihnen weiterhelfen kann und wünsche allen einen schönen Abend und einen möglichst positiven Krankheitsverlauf.



Ende der Sprechstunde.