Osteoporose - eine häufig unterschätzte Erkrankung
Univ.- Prof. Dr. med. Karsten Dreinhöfer
Chefarzt
Orthopädie und Unfallchirurgie
Medical Park Berlin Humboldtmühle
Leiter der Abt. Muskuloskeletale Rehabilitation, Prävention und Versorgungsforschung
Centrum für Sportwissenschaften und Sportmedizin (CSSB)
und Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie (CMSC)
Charité Universitätsmedizin Berlin
An der Mühle 2-8
13507 Berlin
Tel.: 030 / 300 240 – 9212
Fax: 030 / 300 240 – 9219
Dreinhoefer@bvou.net
K.Dreinhoefer@medicalpark.de
http://www.medicalpark.de/de/main/medical_park_berlin_humboldtmuehle.htm
Schwerpunkte
Osteoporose
- Diagnostik (iDXA, Röntgen, NMR, Labor)
- Prävention
- Therapie
- Rehabilitation
Rückenschmerz
- multimodale Schmerztherapie
- Prävention und Rehabilitation
Arthrose und Gelenkerkrankungen
- Prävention und Rehabilitation

PROTOKOLL
29.03.2010
Osteoporose - eine häufig unterschätzte Erkrankung
MODERATOR: Wir beginnen um 19 Uhr.
PROF. DREINHÖFER: Bitte senden Sie uns bereits jetzt Ihre Fragen zu, wir sortieren und systematisieren alle Beiträge.
Jaris : Was versteht man unter Osteoporos-Prophylaxe? Wie kann ich daran teilnehmen? Bin 40 Jahre.
PROF. DREINHÖFER: In Ihrem Alter, sehr geehrter Herr / Frau Jaris, ist sicherlich die beste Prophylaxe, sich gesund zu ernähren, d. h. eine ausgeglichene calciumreiche und Vitamin D-haltige Ernährung sowie ein aktives Leben einschließlich gesunder körperlicher Ertüchtigung. Daneben sollten Sie auf Risikofaktoren achten, dazu zählt übermäßiger Nikotingenuss, erhebliches Untergewicht und zu wenig Bewegung.
Stage : Diesen Winter ist mein Vater gestürzt und hat sich den Ellenbogen gebrochen. Ich habe meinen Vater in die Unfallklinik begleitet und die Gelegenheit bepackt und darauf hingewiesen, dass das der 3. Bruch in 2 Jahren ist, ob er nicht auf Osteoporose untersucht werden kann. Das wurde abgelehnt mit dem Hinweis, das läge wohl am eher Eis. Das mag sein, aber ich habe mich 2 mal langgelegt und mir ist nichts passiert. Ich schließe daraus, dass mein Vater mit seinen 75 Jahren schlechtere Knochen hat. Wo kann ich das mit meinem Vater untersuchen lassen und wie soll ich ihm gegenüber argumentieren? Es wäre super gewesen, wenn die dort gleich die Untersuchung gemacht hätten, da hätte es von seiner Seite keine Diskussion gegeben. Geht alles gegen seine verdammt Männlichkeit. Ich könnte verrückt werden.
PROF. DREINHÖFER: Lieber Herr / Frau Stage, bitte nicht verrückt werden. Sie haben vollkommen Recht, wenn Sie besorgt sind, dass Ihr Vater innerhalb kurzer Zeit mehrere Knochenbrüche erlitten hat, ohne ein größeres Trauma erlitten zu haben. Sie sollten ihn zu einem Osteologen bringen und dort veranlassen, dass neben einer klinischen Untersuchung ggf. auch eine Knochendichtemessung erfolgt. In der Zusammenschau der dann vorliegenden Befunde kann man Ihrem Vater bestimmt gut helfen.
Kulle : Ich habe eine ganz andere Frage, weil man da nichts drüber hört und liest. Gibt es auch Osteoporose bei Männern? Mein bester Freund hatte mehrere Wirbelbrüche. Beim Glatteis im Winter hat er sich mehrere Finger gebrochen ohne zu fallen, nur durch einen starken Stoß. Normal erscheint das nicht. Aber wenn ich ihn darauf anspreche lenkt er ab. Ich habe das Gefühl, dass ihm das peinlich ist.
PROF. DREINHÖFER: Sehr geehrter Herr / Frau Kulle, ja, vielen Männern ist es peinlich, da allgemein noch davon ausgegangen wird, dass Osteoporose eine Frauenkrankheit sei. Tatsächlich sind mehr Frauen als Männer betroffen, gleichwohl beträgt auch das Risiko bei Männern nahezu 20 %, d. h. fast jeder 5. Mann leidet auch unter einer Osteoporose. Aus diesem Grund empfehle ich sehr, dass Ihr Freund sich bei einem Experten, am besten einem Osteologen und / oder Orthopäden vorstellt und dort eine weitergehende Abklärung vornimmt.
altenmüller : Meine Eltern haben immer gut gelebt, getrunken, geraucht gegessen. Jetzt hat Mutter schlechte Knochen und soll mit rauchen und Alkohol aufhören. Bringt das überhaupt noch was? Sie ist 67.
PROF. DREINHÖFER: Wir haben bisher nur wenig wirkliche Belege, dass in diesem Alter der Verzicht auf Nikotin und Alkohol wesentliche Vorteile bringt. Gleichwohl könnte man es sich grundsätzlich sehr wohl vorstellen. Allerdings denke ich persönlich, dass man bei einer Dame dieses Alters sich schwer tut, die Lebenseigenarten so grundsätzlich zu ändern. Vielmehr sollte man versuchen, andere Risikofaktoren zu minimieren und ihr durch eine gesunde Ernährung, ggf. Calcium und Vitamin D-Ersatz und ein aktives Leben mit Sturztraining zu helfen, Knochenbrüche zu vermeiden.
shady : Wie lange dauert es, bis sich bei einem Mann eine Osteoporose entwickelt? Dauert das länger als bei Frauen?
PROF. DREINHÖFER: Das kommt auf die Ursachen für die Osteoporose an. Eine so genannte primäre Osteoporose, die hauptsächlich durch das zunehmende Alter bedingt ist, führt bei Männern normalerweise erst bei einem fortgeschritteneren Lebensalter zu einer Osteoporose. Hingegen können andere Risikofaktoren, wie z. B. die Cortison-Einnahme, sowohl bei Männern als auch bei Frauen zu einem sehr zügigen Knochenverlust führen.
Eklahsi : Es gibt einen Wirkstoff der heißt Denosumab, der große Erfolge gegen Osteoporose verspricht. Nun kenne ich den Spruch meines Hausarztes, der immer sagt keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Zu den Nebenwirkungen finde ich wenig heraus. Sind die auch so gering, das man deshalb nichts findet?
PROF. DREINHÖFER: Dieser Wirkstoff wird in wenigen Wochen auf dem deutschen Markt verfügbar sein und einige große wissenschaftliche Studien haben tatsächlich sehr gute Ergebnisse belegt. Sie haben aber natürlich vollkommen Recht, jedes Medikament hat Nebenwirkungen. In den uns bekannten wissenschaftlichen Studien zeigen die mit Denusomab behandelten Patienten weniger Probleme auf als die Placebo-Patienten. Die häufigsten Nebenwirkungen waren: Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Bluthochdruck sowie Nasen- und Rachenentzündungen.
Traudel : Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Dreinhöfer, meine ermittelte Knochendichte (60Jahre)beträg 67,2 mg/cm³. T-Score -3,9 (-4,1 Vorjahr) Z-Score -1,7 (2,0 Vorjahr). Da ich Brustkrebspatientin bin und seit 3 Jahren einen Aromatasehemmer (Exemestan)einnehme, bekomme ich seit letztem Jahr 1 x jährlich eine Infussion Zoledronsäure 5mg. Ergänzend Vitamin D3 1000I.E. und Calcium 1000mg. Kann ich sonst noch etwas für meine Knochenstärke tun? Viele Grüße Traudel
PROF. DREINHÖFER: Liebe Traudel, Sie scheinen ja schon eine ziemliche Expertin zu sein. Offensichtlich haben Sie eine ausgeprägte Osteoporose und haben weitere Risikofaktoren aufgrund Ihrer Brustkrebserkrankungen. Grundsätzlich scheinen Sie bereits in sehr guter therapeutischer Behandlung zu sein, dennoch könnte man sich überlegen, die Vitamin D-Dosis ein wenig zu erhöhen und mit dem Gynäkologen zu sprechen, ob ggf. ein anderes Antikrebsmittel eingesetzt werden kann.
Maryjam : Meine Mutter ist aus dem Bett gefallen und hatte einen komplizierten Oberschenkelhalsbruch. Ein neues Hüftgelenk ging offenbar nicht. Jetzt ist sie bettlägerig und bekommt immer stärkere Lungenprobleme. Wenn man die Entkalkung der Knochen stoppen könnte, wäre vielleicht noch eine Chance, dass sie wieder gehfähig wird. Hat Herr Prof. Dreinhöfer noch einen Vorschlag?
PROF. DREINHÖFER: Sehr geehrte, liebe Maryjam, jetzt bin ich ein wenig überrascht. Heutzutage können normalerweise jegliche Art von Oberschenkelhalsbruch operativ versorgt werden, sofern nicht enorme Nebenerkrankungen eine Operation verhindern. Ziel muss es sein, Ihre Mutter zügig aus dem Bett zu bekommen, um weitere Lungenprobleme zu verhindern. D. h. als erstes sollte man erneut die Möglichkeit der operativen Versorgung und anschließenden umgehenden Mobilisierung versuchen. Als zweites sicherlich versuchen, die Entkalkung der Knochen zu stoppen, um einen weiteren Bruch zu verhindern.
Matteo : Kann Prof. Dreinhöfer mir mit 100prozentiger Sicherheit versprechen, dass der in Verbindung mit Osteoporose bei meiner Mutter genannte TNF-Faktor nichts mit Knochenkrebs zu tun? Ich kann nicht mehr schlafen, seit dieser Begriff durch unsere Familie geistert. Hat meine Schwester von der letzten Besprechung mitgebracht, als sie unsere Mutter zum Arzt begleitet hat.
PROF. DREINHÖFER: Eine 100 %ige Sicherheit gibt es leider in der Medizin nie. Aber: Normalerweise hat Osteoporose und der in diesem Zusammenhang genannte Tumor-Nekrose-Faktor (TNF) in diesem konkreten Fall nichts mit Knochenkrebs zu tun. Um hier jedoch weitere Sicherheit zu gewinnen, ist sicherlich ein erneutes Gespräch mit dem behandelnden Arzt, der alle Befunde vorliegen hat, notwendig.
Jenny : Ich hatte noch nie in meinem Leben eine Blasenentzündung o.ä. also nichts in dem ganzen Bereich. Ich hatte auch Allergien. Plötzlich habe ich beides. Allergie konnte inzwischen zugeordnet werden und bei der Blasenentzündung soll das Medikament Prolia gegen Osteoporose schuld sein. Ich bin der Meinung hier wird nur ein Schuldiger gesucht. Wo soll denn da ein Zusammenhang sein? Das bekommt mir nämlich eigentlich sehr gut.
PROF. DREINHÖFER: Grundsätzlich kann dieses Medikament natürlich auch in den Entzündungsprozess bzw. die Empfänglichkeit für Entzündungen einwirken. Hier sollte jedoch gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt eine gründliche Abklärung der Ursachen erfolgen.
Faeisal : Sind die Anzeichen für Osteoporose bei Männern und Frauen gleich?
PROF. DREINHÖFER: Zunächst sind die Anzeichen für eine Osteoporose zumeist von Männern und Frauen gar nicht zu erkennen, da es sich hier um eine "stille" Krankheit handelt, die tatsächlich oft erst durch den ersten Knochenbruch zum Tragen kommt. Dieser tut dann bei Männern und Frauen gleich weh. Leider gibt es keine wirklichen "Warnzeichen", keinen Knochenschmerz oder ähnliches. Das "Kleinerwerden" kann ein erster Hinweis auf eine Osteoporose sein, dies ist dann zumeist durch Wirbelkörperbrüche bedingt, die zum Teil nicht schmerzhaft sein müssen.
Nicola Keller : Meine Mutter hat von einer Bekannten in der Osteoporose-Schwimmgruppe gehört, dass es jetzt ein Medikament gibt, das zusammen mit Calciumtabletten in einer Packung verschrieben wird. Wie heißt das Medikament und kann meine Mutter sich das nicht auch von ihrem Arzt verschreiben lassen?
PROF. DREINHÖFER: Ja, hier gibt es ein neues Medikament, das in Kürze auf dem Markt verfügbar sein wird. Es handelt sich hierbei um Prolia, das dann auch von Ihrem Arzt verschrieben werden kann.
Kierstein : Es gibt eine Studie die angeblich belegt, dass speziell Frauen in Deutschland nicht ausreichend gegen Osteoporose behandelt werden. Stimmt das? Hat das was mit Einsparungen im Gesundheitswesen zu tun?
PROF. DREINHÖFER: Ja, leider gibt es mehr als eine Studie, die zeigt, dass viel zu wenig Menschen in Deutschland (aber leider auch in der restlichen Welt) ausreichend gegen Osteoporose behandelt werden. Dafür gibt es sicherlich unterschiedliche Gründe, zum einen das mangelnde Wissen vieler Patienten und mancher Ärzte über diese Erkrankung, zum anderen aber auch Priorisierungen um Gesundheitswesen, die bisher die Osteoporose nicht in führender Position sehen.
Ahuja : Wann muss ich mit aktiver Vorbeugung gegen Osteoporose im Alter beginnen?
PROF. DREINHÖFER: Im Prinzip ist es nie zu früh... Bereits im Kinder- und Jugendlichenalter sollte versucht werden, eine vernünftige Knochenbasis aufzubauen. Dies durch adäquate Ernährung und Bewegung. Nach dem 25. Lebensjahr verlieren Männer und Frauen zunehmend an Knochenmasse. Spätestens in diesem Alter sollte dann unter Berücksichtigung der persönlichen Risikofaktoren eine aktive Vorbeugung bis ins hohe Alter beibehalten werden.
Scharnberg : Hormone sind ja nun verboten zur Vorbeugung von Knochenentkalkung. Ich bewege mich mit 2-3 Mal in der Woche joggen. Aber ansonsten sitze ich am Schreibtisch. Dabei fühle ich mich nicht unwohl. Mir reicht das eigentlich. Reicht das auch dafür meine Knochen aktiv zu halten
PROF. DREINHÖFER: Nun, dies ist zunächst einmal ein guter Anfang. Joggen ist allerdings nicht die beste Sportart für den Knochen. Allerdings gut für das Herz- und Kreislaufsystem. Für den Knochen sind mehr Sportarten zu empfehlen, die eine höhere Maximalkraft der Muskulatur an den Knochen bringen und weniger Stoßbelastungen ausüben.
Svenja Thomas : Man hat mir gesagt, dass Fluoride gut sein sollen, aber in Verbindung mit Calcium und D. Fluoride kenne ich nur zur Kariesprofilaxe. Könnte Prof. Dereinhöfer da mal Klarheit reinbringen?
PROF. DREINHÖFER: Fluoride sind viele Jahre als eines der Hauptmedikamente für die Knochengesundheit eingesetzt worden. Gegenwärtig hat man allerdings mit anderen Substanzgruppen (z. B. dem Bisphosphonaten aber auch modernen neuen Medikamenten) größere und bessere Effekte mit weniger Risiken bzw. Nebenwirkungen erzielen können.
Jasmin Schalke : Was ist die DEXA-Methode und welchen Wert hat sie?
PROF. DREINHÖFER: Die DXA-Methode erlaubt, die Knochendichte zu bestimmen und damit einen der wesentlichen Risikofaktoren für Knochenbrüche zu ermitteln. Sie ist die einzige Methode, die im Bereich der Schenkelhälse und der Wirbelkörper eingesetzt wird oder werden kann und in großen Studien als Grundlage für die Überprüfung der Wirksamkeit von Medikamenten herangezogen wurde.
Espedal : Wenn ich einen akuten Astmaanfall bekomme spritzt der Notarzt immer hohen Dosierungen Kortison. Ab wann muß ich anfangen, was zur Vorbeugung gegen Osteoporose zu tun und was soll ich da machen?
PROF. DREINHÖFER: Zunächst einmal hoffe ich, dass Sie nicht allzu oft einen akuten Asthmaanfall bekommen. Denn allein die Nebenwirkungen des Cortisons sind erheblich. Grundsätzlich sollte man bei jeder höher dosierten Gabe von Cortison, insbesondere über einen längeren Zeitraum, eine Osteoporose-Prävention beginnen. Ob und inwieweit Sie in der Zusammenschau mit Ihren Nebenerkrankungen bereits an diesem Punkt angelangt sind, sollten Sie mit einem Osteologen besprechen.
Wiegel : Warum betrifft Osteoporose besonders die Wirbelsäule und Oberschenkelhalsknochen. Warum nicht die Röhrenknochen, die doch viel exponierter sind?
PROF. DREINHÖFER: Dies ist primär ein biomechanisches Problem und basiert vor allem auf der Belastung der einzelnen Knochenbälkchen, die in dieser Region anfälliger sind.
Knuft : Was ist ein Osteologe, was kann der besonderes?
PROF. DREINHÖFER: Gute Frage! Ein Osteologe ist ein Experte, insbesondere für Fragen der Knochenerkrankungen. In den letzten Jahren hat es hierzu spezifische Weiterbildungen gegeben, die es interessierten Kollegen ermöglichte, strukturiert Wissen zu erwerben und anschließend in einer Prüfung nachzuweisen. Dieses erfolgte im Rahmen der vom Dachverband der wissenschaftlichen Gesellschaften für Osteologie (DVO)abgehaltenen Fortbildungsprogramme. Nur Ärzte, die diese Weiterbildung erfolgreich absolviert haben, dürfen das Zertifikat DVO-Osteologe führen.
Lila Nagel : Meine Tante, 81, lebt allein. Sie hat neuerdings Gleichgewichtsstörungen. Ich habe Angst, dass sie stürzt und sich dann verletzt, weil sie auch an Knochenentkalkung leidet. Jetzt hat der Hausarzt eine gepolsterte Hose aus dem Sanitätshaus empfohlen, um speziell die Hüftknochen zu schützen. Das ist aber keine Lösung. Meine Tante ist eine Dame und trägt auch zu Hause keine Jogginghosen. Was denkt sich so ein Arzt? Spielt Würde überhaupt keine Rolle mehr?
PROF. DREINHÖFER: Sehr geehrte Frau Nagel, ich verstehe Ihre Sorgen, denn auch eine ältere Dame hat sicherlich eine Würde und möglicherweise fühlt sie sich durch eine solche gepolsterte Hose dadurch eingeschränkt. Grundsätzlich halte ich es aber für positiv, dass Ihr Hausarzt zunächst die Gefahr des Knochenbruches in dieser Konstellation erkannt hat. Wichtig ist es nun, mit Ihrer Tante über die Gefahren zu sprechen, die zu einem Sturz führen können und diese zu vermeiden. Hierzu gehört es u. a. die Ursache für die Gleichgewichtsstörung zu untersuchen. Häufig sind dies Nebenwirkungen von Medikamenten, die ggf. angepasst werden sollten. Daneben ist sicherlich ein Gleichgewichtstraining auch bei einer 81-Jährigen sehr sinnvoll und kann Ihrer Tante sicherlich auch Spaß und Freude bringen.
Fislage : Die Tabletten, die ich jeden Tag nehme zur Vorbeugung enthalten auch Vitamin D. Reicht das aus, oder ist das nur ausreichend für das Calcium in den Tabletten. Muss ich noch zusätzlich VitaminD einnehmen für das Kalzium, das ich durch meine Ernährung aufnehme, oder macht mein Körper das von allein?
PROF. DREINHÖFER: Leider weiß ich nicht genau, welche Tabletten Sie gegenwärtig einnehmen. Grundsätzlich ist bei jüngeren Menschen genügend Vitamin D und Calcium durch die Nahrung aufzunehmen. Im etwas fortgeschrittenen Alter hingegen bietet es sich sicherlich an, zusätzlich Calcium und Vitamin D z. B. als Tablette einzunehmen. Hierfür gibt es gewisse Richtwerte, die Ihr Arzt mit Ihnen besprechen kann. In der Vergangenheit ist häufig zu wenig Vitamin D gegeben worden. Heutzutage geht man von einer Gabe von etwa 2.000 IE Vitamin D 3 aus, zudem einer Zufuhr von 1.000 mg Calcium täglich. Zudem ist es wichtig, sich mindestens 30 Minuten in der frischen Luft, am besten im Sonnenschein, aufzuhalten, um die Verstoffwechselung des Vitamin D entsprechend umzusetzen.
Maxi : Wurde kürzlichst am linken Kniegelenk arthroskopiert,man diagnostizierte u.a. einen schweren Knorpelschaden.In ca. 6-8Wochen werde ich eine Kreuzbandplasik auf Grund einer Ruptur erhalten,soll vorher aber GO-ON-Injektonen erhalten ,ist das vor der OP sinnvoll?
PROF. DREINHÖFER: Hier ist eine kompetente Empfehlung nur schwer möglich, ich sollte dafür sowohl eine klinische Untersuchung als auch die bisherigen Befunde vorliegen haben. Grundsätzlich ist die Frage, ob bei einem schweren Knorpelschaden eine Kreuzbandplastik sinnvoll ist. Größere wissenschaftliche Studien zur GO-ON-Injektion sind mir nicht bekannt.
Wywio : Medizinische Zusammenhänge fand ich immer schon interessant und seit ich nicht mehr arbeite befasse ich mich damit auch wissenschaftlich, so weit das eben geht als Laie. Da habe ich herausgefunden, dass sogen. RANK-Liganden sehr wesentlichen Einfluss darauf haben, wie sich Knochen erneuern, oder eben auch nicht. Seit langem beobachte ich, dass Medikationen immer anspruchsvoller werden in ihrer Wirkweise, aber ich verstehe nach wie vor nicht, wie die einzelnen Substanzen an den richtigen Ort kommen, um dort ihre Wirkung zu entfalten. Letztlich gibt es Spritzen, oder wir nehmen Tabletten ein. Wie beeinflusst denn ein Wirkstoff ein bestimmtes Protein und nicht ein anderes?? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
PROF. DREINHÖFER: Moderne Medikamente haben die Eigenschaft, sehr spezifisch an einzelnen Rezeptoren anzusetzen, deren anschließender Wirkmechanismus sehr bekannt ist. Dies erlaubt in einzelnen Fällen das An- bzw. Abschalten von Prozessen und somit einem gezielten Eingriff in einzelne Körperfunktionen.
Mega : Rechtzeitig für irgendwelche Kongresse gibt es immer wieder Erfolgsmeldungen, die dann aber entweder nicht ausreichend weiter verfolgt werden oder wieder im Sande verlaufen. Früher haben Patienten davon nichts mitbekommen, sie konnten also auch nicht enttäuscht werden. Das ist heute anders. Von Kongressen wird überall berichtet und Patienten machen sich Hoffnungen. Warum können Ärzte ihre Eitelkeit nicht mal nach hinten stellen und erst damit an die Öffentlichkeit gehen, wenn es wirklich fundierte neue Ansätze gibt?
PROF. DREINHÖFER: Hier geht es sicherlich zum einen um die Eitelkeit der Ärzte, möglicherweise auch um die Interessen verschiedener Industrien, die im Gesundheitsmarkt ihre Produkte ebenso anpreisen. Wie in anderen Bereichen. Gleichwohl gibt es auch heute mehr als je zuvor umfangreiche wissenschaftliche Studien, die an einem umfangreichen Patientengut neue Medikamente zunächst erproben, bevor eine Zulassung bei den Behörden beantragt werden kann. Zu diesem Zeitpunkt sind sowohl die Wirkung als auch die Nebenwirkung der Medikamente größtenteils bekannt und sollten meiner Meinung nach dann auch einer Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Verena : Stimmt es, dass man als Mann mit Prostatakrebs stärker gefährdet ist, dass die Knochen sich nicht mehr ausreichend remineralisieren? Warum? Was tun?
PROF. DREINHÖFER: Häufig werden bei Prostatakrebs Medikamente eingesetzt, die einen negativen Effekt auf die Knochenbilanz haben. Aus diesem Grunde bietet es sich an, in diesen Fällen frühzeitig die gesamte Risikokonstellation für eine Osteoporose abzuklären und ggf. eine entsprechende Therapie frühzeitig einzuleiten.
Schneehagen : Bisher dachte ich, dass Vitamin D1 wichtig ist für den Einbau von Calcium in den Knochen. Jetzt habe ich gelesen, das Vitamin K2 von großer Bedeutung ist. Das sehe ich aber nirgendwo auf den Spezifikationslisten der Packungen, wenn man Calcium kauft, während D1 immer dabei ist. Sollte man jetzt K2 zusätzlich kaufen?
PROF. DREINHÖFER: Die meisten Erfahrungen hat man bis heute mit dem Effekt des Vitamin D auf den Knochenstoffwechsel. Neben einer unmittelbaren Wirkung hierauf scheint das Vitamin D auch wesentlichen Einfluss auf andere Prozesse im Körper zu haben, so dass ein adäquater Pegel sehr zu empfehlen ist. In letzter Zeit haben wir mehr und mehr auch über den Effekt weiterer Vitamin auf den Knochenstoffwechsel gelernt. Hier fehlt aber eine größere Anzahl von Untersuchungen, die die unbedingte Notwendigkeit bedeuten würde, z. B. Vitamin K zusätzlich zu kaufen.
Kajen : Meine Mutter ist 82 Jahre alt und hat lt. Orthopäden eine Altersosteoporose (M81.89 G). Die bereitet ihr aber keine Schmerzen. Gegen die Osteoporose wurde ihr eine 3-Monatsspritze und zusätzlich Calcium D 600 mg verordnet. Ein Nephrologe hat Niereninsuffizienz Stad. CKD IV . N18.82 G festgestellt. Der Internist hat wegen einer Nierenschädigung von den Spritzen und jetzt auch von den Calcium-Kapseln abgeraten. Das ist alles ziemlich verwirrend für mich und meine Mutter. Was können wir jetzt tun? Vielen Dank für eine mögliche Antwort.
PROF. DREINHÖFER: Zunächst bereitet die Osteoporose solange keine Schmerzen, bis sie den ersten Knochenbruch bedingt hat. Deshalb hat Ihr Orthopäde sicherlich Recht, wenn er versucht, diesen Knochenbruch durch eine entsprechende Medikation zu verhindern. Sofern allerdings eine ausgeprägte Niereninsuffizienz vorliegt, besteht ein gewisses Risiko im Hinblick auf diese Medikamente. Hier ist es sicherlich sinnvoll, nochmals das Gespräch mit dem Orthopäden zu suchen, ihn auf die Nierenschädigung hinzuweisen und gemeinsam eine Therapiealternative zu überlegen. Hier bieten sich möglicherweise einige der neuen Medikamente gut an.
Halle_Oster : Ist der Grad der Aufweichung abhängig vom Hormonspiegel im Blut, also auch schon während der Wechseljahre, nicht erst hinterher?
PROF. DREINHÖFER: Der Hormonspiegel ist einer der entscheidenden Faktoren im Knochenstoffwechsel, auch schon während der Wechseljahr. Gleichwohl wissen wir heute, dass es ein Zusammenspiel verschiedenster Faktoren ist, das für die Frakturanfälligkeit verantwortlich ist.
Coro : Muss man Bisphosphonate dauerhaft nehmen?
PROF. DREINHÖFER: Sofern bei Ihnen die Risikokonstellation soweit ausgeprägt ist, dass eine Bisphosphonattherapie eingeleitet wurde, sollte man von einer Dauertherapie ausgehen, es sei denn, wesentliche Risikofaktoren, die ursprünglich vorhanden waren, z. B. Nikotin, Immobilität, haben sich zwischenzeitlich geändert und damit das Risiko verringert. Sollte es allerdings unter einer langfristigen Bisphosphonattherapie zu einem erheblichen Abfall der Knochendichte kommen, muss ggf. überlegt werden, ein Alternativpräparat einzusetzen.
Jerome : Gehört das nicht zum älter werden dazu, dass die Knochen weniger aushalten, dünner und damit weniger belastbar werden? Jetzt liest man überall, dass man dagegen medikamente einnehmen soll. Warum schon wieder Chemie, früher sind die Menschen auch ohne alt geworden?
PROF. DREINHÖFER: Ja, je älter die Menschen werden, desto brüchiger werden die Knochen, desto mehr verlieren sie Haare und desto spröder wird die Haut. Allerdings hat gerade die reduzierte Knochendichte eine enorme Bedeutung für das Überleben: Heutzutage weiß man, dass die Lebenserwartung nach einem osteoporosebedingten Knochenbruch deutlich reduziert ist - und das wollen Sie doch sicherlich auch nicht riskieren.
Ohrt : Meine Oma hat immer gesagt, wenn die Knochen weh tun ist das ein Zeichen dass man älter wird. Handelt es sich dann gleich um Osteoporose? Ich wusste gar nicht dass Knochen Schmerzen verursachen können. Ich dachte da sind keine Nerven.
PROF. DREINHÖFER: Ausnahmsweise hatte Ihre Oma hier Unrecht. Knochen tun nur dann wehr, wenn sie sich in ihrer Struktur verändern, d. h. z. B. wenn sie zusammenbrechen bzw. -rutschen. Dieses ist nicht normal, sondern tritt vor allem bei osteoporose-geschwächten Knochen auf. Dementsprechend ist das "Kleinerwerden" im Alter ein deutlicher Hinweis auf eine Knochenbruchwahrscheinlichkeit im Bereich der Wirbelsäule. Ein Knochenschmerz ebenfalls ein Hinweis auf einen Knochenbruch.
anonym : Sind Knochenerweichung und Osteoporose das Gleiche?
PROF. DREINHÖFER: Nicht wirklich... Von Knochenerweichung spricht man im Volksmund eher in Zusammenhang mit anderen Erkrankungen. Bei der Osteoporose handelt es sich vermehrt um eine strukturelle Veränderung des Knochens, die zu einer höheren Bruchwahrscheinlichkeit führt, aber nicht zu einem "weichen Knochen".
Kadden : Wie viel Sport ist sinnvoll oder notwendig, wenn man zur gefährdeten Nach-Wechseljahr-Gruppe gehört? Bei gesunder Ernährung 2 mal pro Woche ca. 30 Minuten joggen und 2 Spaziergänge von mehreren Kilometern? Jeden Tag Sport bekomme ich nicht hin.
PROF. DREINHÖFER: Sollten Sie diesen Umfang tatsächlich regelmäßig bewältigen, gehören Sie zu den wenigen - aber sehr zu lobenden - die sich entsprechend aktiv bewegen. Täglicher Sport wäre sicherlich noch besser, aber dieser Umfang - sofern er Ihnen auf die Dauer Spaß macht - ist sicherlich eine gute Grundlage.
Janice Behnke : Ich habe mit großem Erstaunen im Fernsehen gesehen, dass die Knochen bei bestehender Osteoporose nicht wieder fest machen. Ich kann das gar nicht glauben. Wozu dann all die Anstrengungen bei einer mittleren Osteoporose? Ich dachte, das macht man, damit die Knochen wieder Festigkeit bekommen.
PROF. DREINHÖFER: Sehr geehrte Frau Behnke, ich gehe davon aus, dass Sie von der fehlenden Wirksamkeit von Medikamenten sprechen. Im Vordergrund stehendes Ziel der medikamentösen Behandlung ist ein Aufhalten des Knochenverlustes. Eine komplette Verfestigung des Knochens ist bisher nicht möglich. Trotz alledem wissen wir, dass durch diese medikamentöse Therapie die Knochenbruchwahrscheinlichkeit enorm reduziert werden kann und somit denke ich, lohnen sich die Anstrengungen, die Medikamente auch über einen längeren Zeitraum einzunehmen.
Astrid Fehling : Ich habe einmal zu beginn der Wechseljahre eine Messung machen lassen. Da lag ich auf 125% gemessen an meinem Lebensalter, damals 53 Jahre. In welchen Abständen sollte ich jetzt eine Dichtemessung machen lassen?
PROF. DREINHÖFER: Sehr geehrte Frau Fehling, leider haben Sie mir Ihr aktuelles Alter nicht verraten. Sollten Sie bereits älter als 75 sein, würden wir Ihnen heute eine entsprechende Knochendichtemessung empfehlen. Anderenfalls ist diese Messung abhängig von der gesamten Risikokonstellation, d. h. der Zusammenschau Ihres Alters und weiterer Risikofaktoren.
Monika T. : Es gibt ja eine Menge frei verkäufliche Calcium Präparate. Haben die eine Wirkung, oder auch Nebenwirkung? Mir hat mein Frauenarzt jetzt nämlich vorgeschlagen, dass ich stärkere Medikamente nehmen soll. Was ich nicht wirklich nachvollziehen kann, denn er hat keine Knochendichtemessung veranlasst, sondern meinte nur, das sei jetzt das richtige Alter. Mir ist diese Aussage zu wenig, andererseits will ich nichts falsch machen. Was ist jetzt der richtige Weg?
PROF. DREINHÖFER: Grundsätzlich sollten Sie sich gesund und ausgeglichen ernähren. Heutzutage geht man davon aus, dass die meisten Menschen über die Nahrung eine ausgewogene Menge Calcium zu sich nehmen, solange sie nicht im weit fortgeschrittenen Alter sind oder wesentliche Nebenerkrankungen haben. Sie sollten etwa 1.000 mg Calcium pro Tag zu sich nehmen. Das kann z. B. durch verschiedene Milchprodukte, Käse oder auch calciumreiches Mineralwasser sehr gut erreicht werden.
Petra : Bei uns haben die Frauen fast alle ab 65-70 Osteoporose. Meine Großmutter hat immer gesagt, das gehört zum alt werden. So war das wohl auch früher, aber heute hat sich ja vieles verändert. Ich will versuchen das zu verhindern und bewege und ernähre mich entsprechend. Das ich gesehen habe, wie grausam diese Krankheit ist, will ich nichts auslassen. Deshalb die Frage, was ich noch machen kann? Bin mitten in den Wechseljahren, 55 Jahre.
PROF. DREINHÖFER: Liebe Petra, toll, dass Sie so aktiv sind. Ja, wir können heutzutage wesentlich besser verhindern, dass eine Osteoporose ihre dramatische Seite zeigt. Dazu ist in Ihrem Alter sicherlich die Bewegung und Ernährung eine gute Grundlage. Zudem sollten Sie versuchen, auf weitere Risikofaktoren, die Sie beeinflussen können, Rücksicht zu nehmen. Dazu zählt z. B. das Rauchen oder auch das Untergewicht. Sofern Sie andere Risikofaktoren aufgrund von Begleiterkrankungen haben, ist hier ggf. durch eine Ergänzung von Nährstoffen eine Hilfe möglich.
Elham : Dieser letzte Winter war ja unfasslich und hat mich von Dezember bis Mitte März ans Haus gefesselt, weil ich Angst hatte, mir die Knochen zu brechen. Einmal bin ich auch gefallen und das war schrecklich, aber ich habe mir nichts getan. Den nächsten Winter möchte ich nicht wieder so isoliert werden dadurch, das macht richtig einsam. Wodurch entsteht diese Angst? Ich will was dagegen machen, denn ich habe keine Osteoporose, es ist einfach das mangelnde Zutrauen, was sich so in den letzten Jahren eingeschlichen hat.
PROF. DREINHÖFER: Zunächst hoffe ich, dass Sie sich wirklich sicher sein können, keine Osteoporose zu haben und dieses auch mit dem Arzt Ihres Vertrauens abgeklärt haben. Grundsätzlich ist es sicherlich ein großes Problem, dass man aufgrund dieser Angst sozial mehr und mehr vereinsamt. Hier bietet es sich sicherlich an, nach netten Nachbarn, Selbsthilfegruppen und Freunden Ausschau zu halten, um gemeinsam auch körperliche Aktivitäten durchzuführen und damit die Angst vorm Fallen zu verarbeiten.
Magnus : Warum stürzen ältere Menschen häufiger? Meine Eltern gehen zwar fest eingehakt nach draußen miteinander, aber im Grunde kann einer den anderen nicht halten. Mir macht das sorge, da meine Mutter zu Knochenbrüchen neigt.
PROF. DREINHÖFER: Lieber Markus, leider haben Sie Recht, ältere Menschen stürzen häufig. Die Muskelkraft und auch die Koordinationsfähigkeit nimmt im Alter zunehmend ab, sofern man nicht durch regelmäßige körperliche Aktivität dem entgegen arbeitet. Ein fest eingehaktes Miteinandergehen hat zwar sicherlich viele Vorteile, kann aber auch schnell zu einem gemeinsamen Sturz führen. Besser wäre es, wenn Ihre Eltern gemeinsam, aktiv an entsprechenden Gleichgewichts- und Koordinationsübungen teilnehmen würden und dann gemeinsam wieder spazierengehen.
Michelle_Gogenh. : Brauche Cortison gegen Asthma. Bekomme ich dann auch vom Notarzt gespritzt. Weiß, das ist Gibt wegen Osteoporose. Aber was wäre im Notfall anderes möglich?
PROF. DREINHÖFER: Die Notfallmedikation sollte stets der Notarzt adäquat einsetzen können. Sie sollten allerdings wissen, dass eine längerzeitige Cortisoneinnahme oder auch eine kurzfristig hochdosierte zu Knochenmasseverlust führen kann. Hierzu gibt es in großen wissenschaftlichen Studien kalkulierte Grenzwerte. Diese sollten Sie zusammen mit Ihrem behandelnden Arzt prüfen und ggf. eine Medikation einleiten.
BethGehrke : Es wird immer gesagt, dass Osteopor. früh behandelt werden soll. Wie früh ist früh und womit wird die beginnende Osteopor. behandelt?
PROF. DREINHÖFER: Früh ist ganz früh. D. h. bereits Kinder und Jugendliche sollten angehalten werden, aktiv sich zu bewegen. Dies hat leider gerade in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Aber auch nachdem Sie erwachsen geworden sind, sollten Sie versuchen, durch einen "knochenbewussten Lebenswandel" das späte Risiko für Knochenbrüche zu verringern, ohne mit Angst auf vieles zu verzichten. Hierzu zählt vor allem die regelmäßige kontinuierliche körperliche Aktivität (d. h. es reicht nicht, in jungen Jahren Spitzensportler zu sein und später nichts mehr zu machen), die knochengesunde ausgewogene Ernährung sowie das Vermeiden beeinflussbarer Risikofaktoren (z. B. Nikotin und Alkohol) - schade...
Katrin : Kann es sein, dass man schrumpft ohne Osteoporose zu haben?
PROF. DREINHÖFER: Schrumpft hoffentlich nicht...., kleiner werden im Alter ist bis zu ca. 3 cm "normal", aufgrund des Wasserverlustes der Bandscheiben. Alles, was an Größenverlust darüber hinausgeht, weist auf eine Veränderung des Knochenstoffwechsels und häufig Wirbelkörperhöhenminderungen hin.
Toelke : Wie lange wirken Bisphosphonate nach, wenn man sie abgesetzt hat?
PROF. DREINHÖFER: Wir gehen davon aus, dass Bisphosphonate für einen gewissen Zeitraum nachwirken. Heutzutage sollte allerdings - sofern die Risikokonstellation unverändert ist und keine wesentlichen relevanten Nebenwirkungen auftreten - eine kontinuierliche Therapie mit Bisphosphonaten oder anderen anti-osteoporotischen Medikamenten erfolgen, um das Risiko für einen Knochenbruch möglichst gering zu halten.
PROF. DREINHÖFER: Liebe Teilnehmer an dieser Sprechstunde, vielen Dank für Ihre hochinteressanten Fragen. Sie haben mich zum Teil richtig gefordert, aber es Spaß gemacht. Gerne stehe ich Ihnen auch in der Zukunft für weitere Fragen zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen Ihr Karsten Dreinhöfer
Ende der Sprechstunde.